Die Kornnatter (Elaphe guttata / Pantherophis guttatus)

 

Viele Menschen fürchten sie.
Andere ekeln sich vor ihnen.
Naturvölker und untergegangene Kulturen haben sie einst verehrt.
Kein anderes Lebewesen hat die Menschen je dermaßen fasziniert und angewidert, wie dieses
hier! DIE SCHLANGE!

Bereits im zarten Kindesalter von 6 Jahren, bin ich in meiner Grundschule in Karben mit einer Schlange in Berührung gekommen. Wir hatten Besuch von einem Streichelzoo, der uns Kindern exotische Tiere näher bringen wollte. Darunter einen Flughund, eine Vogelspinne, einen Alligator und eine Schlange (Boa constrictor).
Wir durften die Schlange streicheln und zuletzt hat man sie mir sogar über die Schultern gelegt.
Von diesem Moment an war mir klar: ich will eine Schlange haben!!!

So erkundigte ich mich jahrelang, welche Schlange denn wohl am besten zu mir passen würde. Während meiner Kindheit und frühen Jugend, hatte es mir vor allem die afrikanische Eierschlange angetan. Bei einer Länge von maximal 60-65cm ist sie dennoch in der Lage, Hühnereier zu fressen. Dabei wird sie selbst nicht dicker als ein durchschnittlicher Zeigefinger!


Bis zum Sommer 2002 konkretisierte sich aber meine Vorstellung von einer Schlange. Ich hatte eine neue Wohnung bezogen, in der ich nun endlich genügend Platz für ein Terrarium hatte und vor allem waren noch genügend finanzielle Mittel da, um meinen Traum zu realisieren! So kam es dann, dass ich mir endlich 2 Schlangen der Gattung Elaphe guttata / Pantherophis guttatus nebst Terrarium kaufte!

 


Die Herkunft

Der natürliche Lebensraum der Kornnatter (Elaphe guttata / Pantherophis guttatus) ist der Südosten der USA. Sie bewohnt dabei Regionen der unterschiedlichsten Formen. Gebirge, Wiesen, Felder, Mangrovensümpfe und Trockenebenen sind allesamt gleichermaßen Heimat dieser interessanten Geschöpfe. Entsprechend flexibel sollte man daher auch bei der Anschaffung des benötigten Equipments sein. Kornnattern gehören zu den Kletternattern (Elaphe) und sind daher oftmals in Bäumen anzufinden. Man sollte also auch dies stets bedenken.
Da man die Kornnatter häufig in der Nähe von Silos findet, hat man ihr ihren Namen gegeben. Sie ernährt sich in der Wildnis überwiegend von Fröschen, kleinen Reptilien und auch Insekten. Sie frisst aber auch Mäuse und kleine Ratten, was ihre Nähe zur menschlichen Zivilisation und deren Kornsilos erklärt.


Die Kornnatter

Man unterscheidet grob drei unterschiedliche Unterarten:

* Kornnatter (Elaphe guttata guttata)
* Florida Keys Kornnatter (Elaphe guttata rosacea)
* Prärie Kornnatter (Elaphe guttata emoriy)

Die Kornnatter (Nominatform) ist eine schlanke Würgeschlange, die eine Länge von maximal 185cm erreichen kann. Die durchschnittliche Länge beträgt jedoch meistens nur 90-120cm, selten werden 150cm erreicht. Ihr Körper wird dabei nur unwesentlich dicker als ein Gartenschlauch. Dadurch ist man in der Lage, mit einem deutlich kleineren Terrarium auszukommen, als beispielsweise beim Königspython (Maximallänge: 150cm, jedoch Durchmesser eines Oberarms).
Der Körper ist oben meist bräunlich bis orange, mit dunkelbraunen bis dunkelrot oder gar fast schwarzen Sattelflecken. Der Bauch hingegen ist weiß und an der Seite erkennt man schwarze und weiße Schuppen, die wie ein Schachbrett angeordnet sind.
Entgegen vieler anderer Schlangen, ist die Kornnatter in der Lage, ihre Pupillen zu bewegen und Dinge zu beobachten. Die Pupillen sind rund und Untersuchungen haben ergeben, dass die Kornnattern in der Lage sind, bis zum 5-fachen ihrer Körperlänge weit sehen zu können. Es ist daher durchaus möglich, dass sie ihren „Herrn“ optisch erkennt, noch bevor er das Terrarium öffnet und sie ihn mit ihrer Zunge spüren kann.
Trotz des guten Gesichtssinns, setzt auch die Kornnatter ihre Zunge zur Orientierung ein. Allerdings kommt dies nicht ganz so häufig vor, wie ich es schon bei anderen Schlangen beobachten konnte.

(Elaphe guttata guttata auf einem Ast)

Auf den Florida Keys (Key West) kommt eine weitere Art vor. Es handelt sich um die Florida Keys Kornnatter (Elaphe guttata rosacea), deren Körperfarbe mehr rote Farbelemente enthält. Die Bauchseite dieser Tiere weist keine schwarzen Flecken mit Schachbrettmuster auf, wie dies bei der Nominatform der Fall ist. Bei meinem Exemplar handelt es sich zudem noch um eine Farbmutation namens "Bloodred". Sie hat kaum dunkle Pigmente und wirkt daher eher orange bis rot, was ihr ihren Namen eingebracht hat.
Die Floriday Keys Kornnatter wird dabei jedoch etwas kleiner als die Nominatform. Die Maximallänge wird mit 160cm angegeben. Und tatsächlich ist meine Bloodred auch ein Stück kleiner als die gleichaltrige Nominatform! Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass diese Unterart durch Inzucht entstanden ist. Sie ist relativ selten und dadurch ist es schwierig, bei der Zucht für reines Blut zu sorgen. Allerdings werden mittlerweile immer wieder Wildfänge eingekreuzt, um dieses Manko auszubessern.

(Elaphe guttata rosacea neben einem Tonkrug im Terrarium)

Die dritte große Unterart bildet die braune (Prärie) Kornnatter (Elaphe guttata emoriy), die hauptsächlich in den trockeneren Gebieten vorkommt. Ihre Färbung ist mehr bräunlich bis gräulich mit dunkelbraunen bis schwarzen Sattelflecken. Die Maximallänge wird mit 150cm angegeben, die Durchschnittslänge mit 80-100cm. Tatsächlich jedoch, habe ich in einer Zoohandlung in Friedrichsdorf (
Terra Tropica) eine solche Kornnatter entdeckt, die gute 150cm lang und dabei so dick wie ein weiblicher Unterarm ist!!! Es handelt sich hierbei wirklich um eine sehr große Kornnatter, wie sie nur selten zu sehen ist!


Das Terrarium

Bei der Größe des Terrarium streiten sich die Gelehrten. Ebenso gehen die Meinungen über die Innenausstattung auseinander. Daher werde ich versuchen, es allen recht zu machen!

Die durchschnittliche Größe eines Kornnattern-Terrariums sollte 80x50x50cm (BxHxT) betragen. Dies wird als ausreichend für zwei adulte Tiere angegeben. Darunter sollte man sich nicht bewegen, während nach oben hin keine Grenzen gesetzt sind.
Mein eigenes Terrarium beträgt 100x50x50cm, wodurch ich mehr Raum habe, um es den Schlangen so natürlich wie möglich einzurichten.
Auf den Aufbau eines Terrariums werde ich nicht näher eingehen, da dies den Rahmen sprengen würde und nichts mit der Kornnatter direkt zu tun hätte.

Die Inneneinrichtung kann spartanisch oder biotopisch gewählt werden.

Für eine artgerechte Haltung genügt es bereits, lediglich ein Terrarium mit Zeitungspapier auszulegen, 1 Trinknapf und eine Versteckmöglichkeit zu bieten. Dazu sollte man dann nur noch für das richtige Klima sorgen.
Diese Haltung mag Züchtern sehr angenehm sein, da man die Tiere auf diese Weise sehr hygienisch halten und das Terrarium entsprechend leicht reinigen kann. Allerdings wird sich solch ein Terrarium nicht sonderlich gut im Wohnzimmer machen. Den Schlangen hingegen ist die Einrichtung egal.

Ich persönlich bevorzuge ein Terrarium, das der natürlichen Umgebung ein wenig angepasst wird.
So habe ich als Bodengrund Papageiensand (nicht staubenden) mit Anis. Dieses nimmt Kot und Urin sehr gut auf und lässt einen diese Verdreckung schnell und leicht erkennen und entfernen. Der Anisduft wirkt zudem geruchsbindend.
Jede meiner beiden Schlangen hat einen eigenen Trinknapf. Dieser ist so groß, dass sich die Tiere auch hinein legen können, um zu baden. Dabei habe ich einen Trinknapf direkt über eine Heizplatte gestellt, der andere Napf steht in einer kühleren Ecke des Terrariums. So können sich die Schlangen jeweils das ihnen angenehmste Wasser aussuchen.
Da es sich um Kletternattern (Elaphe) handelt, habe ich auf der rechten Seite zwei Korkäste schräg an die Glaswand gelehnt. Und zwei Rindenstücke bilden perfekte Versteckmöglichkeiten für die dämmerungsaktiven Tiere. In der Mitte meines Terrariums befindet sich ein Lavabrocken mit einer Art Höhle. Diese wird in der Regel für die Häutung genutzt. Die Schlangen kriechen hindurch und streifen sich dabei ihre alte Haut ab.
Daneben habe ich einen Terracottatopf, der eigentlich für Küchenkräuter gedacht war. Auf die Seite gelegt, können sich die Schlangen nun durch die diversen Öffnungen bewegen und den Topf selbst ebenfalls als Unterschlupf nutzen.
Auf der rechten Seite befindet sich noch ein weiterer Terracottatopf, den ich hingegen ganz normal aufgestellt habe. Gelegentlich enthält dieser Im Hochsommer ein Efeu, das die Luftfeuchtigkeit im Terrarium ein wenig erhöhen soll. Im Winter halten sich die beiden Schlangen hingegen sehr gern in den drei Mulden auf. Der Topf steht hierbei direkt über der Heizplatte, so daß er sogar mit Wasser gefüllt werden kann, sollte die Luftfeuchtigkeit des Terrariums zu niedrig liegen.

(Mein derzeitiges Terrarium für die drei Kornnattern)

Da die Kornnattern ein anderes Klima gewohnt sind, als wir es ihnen in Deutschland zu bieten in der Lage wären, muß natürlich auch die Technik entsprechend den Bedürfnissen angepasst werden. Die Tagestemperatur sollte zwischen 25-28°C betragen und die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit 40-50% nicht unterschreiten!
Mit Hilfe meiner Fachliteratur und diverser Erkundigungen bei Zoohandlungen und anderen Schlangenkundigen, war ich dann in der Lage, mein Terrarium entsprechend einzurichten.

Folgendes sollte vorhanden sein:
* UV-Strahler / UV-Röhren
* Wärmequelle
* Schloss

Schlangen benötigen UV-Licht, um überleben zu können (genauso, wie wir Menschen). Dies erlangt man durch spezielle Strahler oder Leuchtstoffröhren, die man neben der normalen Beleuchtung mit anbringt. Beide haben Vor- und Nachteile!

Der Strahler heizt das Terrarium sehr stark auf. Berührt das Tier den Strahler, kann es sehr starke Verletzungen davontragen. Man muß den Strahler also entsprechend sichern, damit nichts passiert. Gerade bei niedrigeren Terrarien wirkt solch ein verkleideter Strahler aber u.U. als optisch störend und durch die große Wärmerückfuhr kann die Lebensdauer der Strahler stark vermindert werden!

Ich bevorzuge hingegen die Leuchtstoffröhren. So habe ich eine normale Aquarienröhre und eine Reptilien-Röhre (mit entsprechend abgestimmten Spektrum) anbringen lassen. Die Röhren heizen das Terrarium ebenfalls auf, allerdings nicht so intensiv, wie dies bei den Strahlern der Fall ist. Aber dafür können sich meine beiden Tiere nicht verbrennen, da sie mit den Röhren nicht in Kontakt kommen. Des weiteren wird das Terrarium durch die Röhren gleichmäßig beleuchtet. Die Anschaffungskosten sind bei Leuchtstoffröhren höher, als bei Strahlern, dafür ist aber der Stromverbrauch deutlich niedriger (kennt man ja vom Aquarium) und man hat keine störenden Leuchten im Terrarium-Innenraum hängen.

Neben dem Licht benötigen die Schlangen auch eine Wärmequelle, um sich tagsüber auf „Betriebstemperatur“ zu bringen. Da die Wärmezufuhr durch die Leuchtstoffröhren nicht ausreicht, habe ich mir zusätzlich zwei
Heizmatten besorgt, die man von unten an die Terrarienwand klebt. Dadurch ist beinah die gesamte rechte Hälfte meines Terrariums mit einer Art „Fußbodenheizung“ versehen, die das Terrarium langsam und gleichmäßig aufheizt.
Es gibt auch die Möglichkeit, diesen Effekt mit Heizkabeln zu erzielen. Jedoch sind diese umständlicher anzubringen. Man müsste sie entweder IM TERRARIUM unterbringen, und läuft dabei Gefahr, dass sie ausgegraben werden (vor allem, wenn man mit lebenden Mäuse füttert) oder aber sie sind nur schwierig unter dem Terrarium anzubringen. Ich habe mich hierbei von einem Zoohändler beraten lassen und fahre bisher sehr gut damit!
Es gibt aber auch Heizsteine oder Heizhöhlen zu kaufen, die aber erstens nicht besonders schön sind und zweitens keine allzu guten Kritiken haben!

Kornnattern sind hervorragende Ausbrecher! Dies macht es unumgänglich, das Terrarium mit einem Schloss zu sichern! Außerdem erreicht man dadurch, dass auch keine Unbefugten Hand an die Schlangen legen. Diese Schlösser sind in jeder Zoohandlung zu haben und kinderleicht zu montieren. Außerdem kann es sonst vorkommen, dass man Probleme mit dem Vermieter bekommt! Grundsätzlich zählen die Kornnattern zu Kleintieren, da sie weder Riesewürgeschlangen noch Giftschlangen sind. Man muß also nicht die Erlaubnis des Vermieters haben, um die Tiere halten zu dürfen. Dies sieht jedoch anders aus, wenn eine Schlange ausbrechen und andere Bewohner in Angst versetzen sollte!!! Daher: immer das Terrarium mit einem Schloss sichern!!!

Nun haben wir Licht- und Wärmequellen angesprochen. Aber Schlangen benötigen auch einen künstlichen Tagesablauf. Das bedeutet, dass es zu einer bestimmten Zeit hell und warm...später wieder dunkel und etwas kühler werden sollte. Abends sollte die Temperatur um 3-5°C gesenkt werden. Bei mir liegen die Tageswerte bei etwa 27°C, die Nachtwerte bei etwa 20-22°C.
Im Sommer sollte das Terrarium 12-14 Stunden, im Frühjahr und Herbst 8-10 Stunden und im Winter 4-6 Stunden (oder gar nicht) beleuchtet sein.
Dies erreicht man am besten, indem man ein Regelgerät und eine Zeitschaltuhr zwischenschaltet.

Mein Regelgerät hat eine Sonde, die die Temperatur im Terrarium misst und mit dem von mir voreingestellten Wert vergleicht. An dieses Regelgerät kann ich nun zwei Stromstecker einstecken (in meinem Fall die Stecker meiner beiden Heizmatten), die nun über das Regelgerät mit Strom versorgt werden. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, schaltet das Regelgerät automatisch ab und die Heizmatten hören auf zu heizen. Dieses Problem wäre also sehr zufriedenstellend gelöst.

Um dies nun auch noch zeitabhängig zu machen, habe ich das Regelgerät über eine Zeitschaltuhr mit der Steckdose verbunden. Diese schaltet den Strom zu einer bestimmten Zeit an und wieder aus und steuert zudem – unabhängig vom Regelgerät – die Lichtzufuhr im Terrarium. Dadurch, dass die Leuchtstoffröhren nicht über das Regelgerät laufen, ist gewährleistet, dass auch wirklich immer Licht an ist, wenn die Heizer z.B. abgeschaltet werden. Man sollte die Leuchten daher nie am Regelgerät anschließen.

Zu guter letzt muß man nun nur noch für die benötigte Luftfeuchtigkeit sorgen. Dies erreicht man am einfachsten mit einer Sprüh-/Nebelpistole, wie man sie aus der Botanik oder auch einfach vom Haushalt her kennt. Ich sprühe entweder morgens, bevor der Strom im Terrarium angeht, um den Morgentau zu simulieren. Oder ich sprühe abends, kurz nachdem der Strom abgeschaltet wurde. Manchmal (an besonders heißen und trockenen Tagen) sprühe ich auch tagsüber, um für ein tropisches Urwaldklima zu sorgen (Temperaturen um 27°C und Luftfeuchtigkeit um 75%). Dies mache ich vor allem dann, wenn meine beiden Lieblinge unmittelbar vor der Häutung stehen. Dies erleichtert die Häutung ungemein und dient somit dem Wohlbefinden der Schlangen.

(Bloodred Variation einer Elaphe guttata rosacea auf einem Kletterast)


Die Fütterung

Kommen wir nun zu einem Punkt, der einige Menschen immer wieder abschreckt.
Schlangen sind Raubtiere. Man kann sie einfach nicht mit Obst und Gemüse füttern.
Kornnattern ernährt man üblicherweise mit Mäusen und Ratten. Je nach Größe, verfüttert man entweder Babymäuse (bei Jungschlangen), Springer (bei Halbwüchsigen) und ausgewachsene Mäuse, Eintagsküken oder junge Ratten (bei adulten Tieren).

Nun ist es nicht jedermanns Sache, lebende Nagetiere an Schlangen zu verfüttern.
Dies macht mir selbst zwar nichts aus, jedoch wollte ich eine Möglichkeit der Fütterung wissen, bei der ich die Nager nicht selbst töten muß, sollten meine beiden Schlangen mal keinen Appetit haben. Dies war der Hauptgrund, wieso ich mich für Kornnattern und nicht für Königspythons entschieden habe:

NATTERN FRESSEN AUCH TOTE TIERE!!!

Ich besorge mir die Futtermäuse daher immer tiefgefroren. Ich kann sie dann je nach Bedarf auftauen und verfüttern. Allerdings muß man dann beachten, dass Tiefkühlkost nicht die gleichen Nährwerte hat, wie Frischfutter (kennt man ja auch von unserer eigenen Ernährung). Man muß es also zusätzlich noch mit Vitaminen versehen, die speziell auf Reptilien abgestimmt sind. Ich injiziere diese Vitamine einmal monatlich in die Futtertiere, so dass für eine ausreichende, jedoch nicht übertriebene Vitaminzufuhr gesorgt ist.


Überwinterung

Kornnattern sollten kühl und dunkel überwintert werden. Ideal sind Temperaturen zwischen 8-15°C. Daher bin ich momentan auf der Suche nach einem Kühlschrank, um die beiden Schlangen im Winter in den Keller bringen zu können. Bei etwa 8°C werde ich sie dann überwintern lassen. In dieser Zeit werden die Tiere kein Futter mehr zu sich nehmen und in eine Art Kältestarre verfallen. Sie benötigen dann nur täglich frisches Wasser und Frischluftzufuhr. Allerdings muß die Reduzierung der Temperatur vorsichtig erfolgen!!!
Nach der Überwinterung sind die Tiere dann wesentlich agiler und werden danach auch mit der Paarung beginnen. Für angehende Züchter ist die Überwinterung also unausweichlich!!!

(Black Albino auf einem Kletterast)

Ich denke, dass die Kornnatter zu recht als ideale Anfängerschlange bezeichnet wird. Sie ist sehr friedfertig, ungiftig und pflegeleicht. Lediglich meine Nominatform (Elaphe guttata guttata) ist noch etwas nervös. Allerdings äußert sich dies nur dadurch, dass sie mich anzischt und drohend mit ihrem Schwanz rasselt (ähnlich einer Klapperschlange). Sie deutet auch immer wieder an, mich beißen zu wollen - hat dies aber bislang noch nie wirklich getan. Seither hebe ich sie mit einem speziellen Schlangenhaken aus dem Terrarium. Es reicht dabei schon aus, sie nur wenige Zentimeter anzuheben. Schon lässt sie sich bereitwillig aus dem Terrarium holen. Nur das direkte Anfassen lässt sie nicht zu. Ich frage mich daher gelegentlich, was ihr wohl in der Vergangenheit widerfahren sein muss.

Die Bloodred (Elaphe guttata rosacea) hingegen, ist mittlerweile schon beinah handzahm. So unterschiedlich können also die Charaktereigenschaften sein!

Der einzige Punkt, der einen interessierten Käufer abschrecken dürfte, ist wohl der Anschaffungspreis! Ich habe für mein Terrarium mit der kompletten Technik und dem zugehörigen Unterschrank €520,00 bezahlt. Dazu kommen noch €99,00 für die Bloodred und €79,00 für die Nominatform. Je jünger die Tiere, desto niedriger der Preis. Von gerade erst geschlüpften Tieren sollte man sich als Anfänger jedoch fernhalten, da diese u.U. nur schlecht ans Futter gehen und noch nicht ihre endgültige Färbung haben!
Meine beiden Tiere sind noch „Teenager“ und gerade mal im Jahr 2000 geboren. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt (gute, artgerechte Haltung vorausgesetzt) bei 20-25 Jahren!!!

Hat man sich die Tiere mit allem was dazu gehört erst einmal gekauft, ist die restliche Pflege ein Kinderspiel und auch finanziell ein „Pappenstiel“! So bezahle ich für eine Packung mit 8 tiefgefrorenen Mäusen (gemischte Größen) €5,00. Da meine Tiere im Schnitt alle 2 Wochen je 2 Mäuse fressen, reicht diese Packung also 1 Monat aus! Die Vitamine kosten zwischen €4-8 und halten beinah ewig (Haltbarkeitsdatum beachten), da immer nur wenige Tropfen benötigt werden.

Benutzt man zudem Papageiensand als Bodengrund, muß man auch nicht wöchentlich das gesamte Terrarium reinigen, sondern kann sich auf die wirklich nur verschmutzten Flecken beschränken. Ich werde das Terrarium während der Winterruhe komplett reinigen und neu einrichten. Eine Bodenfüllung mit Holz oder ähnlichen Materialien ist dann schon wesentlich arbeits- und kostenaufwendiger. Wichtig ist jedoch, Papageiensand zu verwenden und KEINEN Vogelsand!!! Der Papageiensand ist grobkörniger und staubt nicht und kann auch nicht zwischen die Schuppen geraten! Der Nachteil vom Sand ist allerdings, dass die Luftfeuchtigkeit herunter gesetzt wird! Diese muß also wirklich sehr genau beobachtet werden. Bei mir gab es damit aber bislang keinerlei Probleme, da ich ja einen der Trinknäpfe direkt über der Heizmatte aufgestellt habe und diese das Wasser erwärmt, dass es zugleich auch noch Feuchtigkeit abgibt!

Es macht überaus Sinn, über seine Tiere "Buch zu führen". Hierzu sollte man sich ein Datenblatt anlegen, eine Tierbestandskarte, auf der sämtliche wichtigen Ereignisse vermerkt werden. So kann man am besten verfolgen, wie sich die Tiere entwickeln und wird auch leichter feststellen können, wenn plötzlich etwas nicht mehr stimmen sollte. Solch ein Datenblatt ist schnell selbst am PC erstellt und lässt sich dann beliebig erweitern und korrigieren.

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