Die Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus)

 

Normalerweise sind kleine Nager nur bedingt für Kinder geeignet, da diese am liebsten Haustiere haben, mit denen sie schmusen und spielen können. Bei Hamstern z.B., ist dies ja bekanntermaßen nicht möglich, da diese zum einen sehr nachtaktiv sind und zum anderen von ihrer Natur her eher zum Beobachten geeignet sind.

Mongolische Rennmäuse sind zwar auch nachtaktiv, allerdings habe ich es bisher immer geschafft, sie auch nach und nach an Tagaktivitäten zu gewöhnen!

Die kleine Rennmäuse (die eigentlich eher vom Hamster statt von der bekannten Maus abstammen) werden in etwa so groß wie Hamster, haben eine beige-braune Grundfarbe mit hellerem Bauch und einem etwas dunklerem Streifen auf dem Rücken.



Anhand der ziemlich kräftigen Hinterbeine kann man erkennen, daß es sich um Rennmäuse handelt. Man sollte diese niedlichen Tierchen dennoch nicht mit Wüstenspringmäusen verwechseln, deren Beine doch eher denen von Känguruhs ähneln!

Die Mäuse sind sehr preiswert in der Anschaffung und auch der Unterhalt ist selbst für ein Taschengeld möglich! Zur Zeit sind diese Tiere für rund € 8,00 zu haben!

Üblicherweise besorgt man sich diese Mäuschen im Geschwisterverband zu etwa 2-3 Tieren, wobei man aber peinlich darauf achten sollte, daß man Tiere gleichen Geschlechts bekommt. Mäuse sind bekanntlich sehr gebärfreudig und eine Mäuseplage hilft weder Mensch noch Tier!

Im Gegensatz zum Hamster sind die Mäuse sehr gesellig. Sie werden sich daher gegenseitig nichts tun und wirklich sehr miteinander harmonisieren. Es ist immer wieder schön, zu beobachten, wie sie sich zusammen zum Schlafen kuscheln und selbst beim Fressen auf Streitereien verzichten!

Für ein Grüppchen von 2-3 Mäusen ist ein Käfig (besser noch eine entsprechende Plastikbox mit Öffnung oben im Deckel) von etwa 80x30x30cm durchaus ausreichend. Die Plastikbox sollte aufgrund der Wühlgewohnheiten Vorrang haben, da man sehr schnell Dreck vorfinden wird. Außerdem sind Plastikboxen leicht zu handhaben und zu reinigen. Die preiswerteren Aquarien sind nur bedingt zu empfehlen, da diese zerbrechlicher, deutlich schwerer und ohne Abdeckung versehen sind. Diese müsste dann erst noch selbst hergestellt werden.

Man braucht keine unterschiedlichen Ebenen einzurichten, da sich die Mäuse am liebsten ebenerdig bewegen (in der Natur finden sie schließlich auch kaum Klettermöglichkeiten).

Das Inventar des Käfigs sollte sehr spartanisch gehalten werden, um nicht unnötig viel Raum zu vergeuden. Ein Hamsterlaufrad mit NUR EINEM Zugang ist eine durchaus nette Idee, die von den Rennmäusen auch sehr gern genutzt wird! Wie die Name bereits sagt, rennen diese Tiere sehr gern! Wichtig ist aber, daß das Laufrad nur einen Zugang hat, da sich bei mir vor Jahren ein Tier die Hinterbeine zertrümmert hat, als es aus dem Rad springen wollte. Ein ungehinderter Zugang ist also unbedingt zu gewährleisten.
Ansonsten benötigt man nichts weiter als einen Freßnapf aus Steingut oder Porzellan (KEIN Plastik!!! Die Nager würde es sofort zerlegen und Plastiksplitter würden ihren Tod bedeuten!). Wasser benötigen diese Tiere überhaupt keines, da sie die notwendigen Flüssigkeiten aus ihrer Nahrung beziehen (auch, wenn man das anfangs nicht glauben mag). Diese sollte - neben dem üblichen Trockenfutter - dann aber auch abwechslungsreich gestaltet sein. Die Tiere ziehen sich ihre Flüssigkeit nämlich aus Rosinen, Karotten, hart gekochten Eiern, Mehlwürmern, Apfelstückchen usw. Verzichtet werden sollte aber auf Kohl, Rhabarber und ähnliche Kost, da diese nicht vertragen werden. Auch sollte man die Mengen nicht zu umfangreich halten, da die Mongolischen Rennmäuse die Angewohnheit haben, überschüssiges Futter zu vergraben.

Man sollte darauf achten, daß der Boden des Käfigs mit etwa 3-5cm Hobelspäne aus der Zoohandlung bedeckt wird. Man sollte wirklich nichts anderen verwenden....vor allem nicht diese torfartigen Streu-Sorten, die für Nager angeboten werden!!!! Diese enthalten mikrobische Pilze und Bakterien, die bei den Mäusen für starke Augenentzündungen sorgen können, wenn Staub davon in hinein gerät!
Neben der Hobelspäne benötigt man nur noch Heu, daß den Nagern zum Fressen und zum Bau ihres Schlafnestes dient. Das war's!

Leider liegt die maximale Lebenserwartung dieser posierlichen Tierchen bei 2-4 Jahren! Allerdings ist es mir bisher gelungen, das jeweils letzte überlebende Exemplar meiner Mäusefamilie bis zu einem Alter von 3-4 Jahren zu halten!!!



Hier ein paar kleine Tipps, die eventuell für das lange Leben mitverantwortlich sein könnten:

Es handelt sich um Rennmäuse, die eben gern rennen und daher auch ein wenig Freilauf (z.B. an den Wochenenden) sehr zu schätzen wissen!!! Dabei sollte man beachten, daß das Terrain rundherum hermetisch abgeschlossen wird, da diese Mäuse wirklich sehr flink sind und man sie nur schwer wieder einfangen kann (was u.U. zu erhöhtem Stress bei den Tieren führen kann). Bewehrt hat sich z.B. eine Holzkontruktion, die man wie einen übergroßen Käfig aufbauen kann, um die Tierchen darin umherrennen zu lassen! Und keine Angst...abgesehen von kleinen Kotknödeln - wenn überhaupt - werden die Mäuse eigentlich nichts hinterlassen! Sie sind sehr stubenrein und bevorzugen auch in ihrem eigenen Käfig immer 1-2 Stellen als Toilette (für den Urin).

Ohne "Gehege" unbedingt darauf achten, daß alle Ritze und Löcher im Raum zugestopft sind! Kabel müssen gänzlich beseitigt sein und es muß sehr, sehr vorsichtig gelaufen werden, da die zutraulichen Tierchen sonst schnell unter die Füße geraten können!

Man kann gern versuchen, die Mäuse VORSICHTIG mit anderen Haustieren zusammen laufen zu lassen. Meine Eltern haben damals Katzen gezüchtet, die den Käfig als "Katzenkino" benutzt haben und - einzeln - auch bei meinen Mäusen in meinem Zimmer zugegen waren, um bei deren Freilauf mit diesen zu spielen!!! Man muß seine Katze aber sehr gut kennen, um abschätzen zu können, ob sie wirklich nur mit der Maus liebevoll spielt (unser Kater hat sie immer vorsichtig beschnuppert, gaaaannnnzz vorsichtig mit der Pfote gestupst, um sie dann wieder zu beschnuppern).
Ich denke daher, daß man es ruhig einmal versuchen sollte....man sollte es aber auf keinen Fall erzwingen! Sobald die Mäuse Angst zeigen, sollte man es sofort unterlassen! Gerade bei Katzen wird sonst der Jagdinstinkt geweckt, was zum schnellen Tod bei den Mäusen führen kann (durch die Katze selbst oder auch durch den immensen Stress).

Nochmal zur Erinnerung:
Wie alle Nager, lieben auch Mongolische Rennmäuse kleine (gesunde) Zwischenmahlzeiten! Getrocknete Brotenden (für die Abnutzung der Zähne), kleine Apfelstückchen, Rosinen und Karotten stellen eine willkommene Abwechslung dar! Sollten aber nur in Maßen verabreicht werden!!! NIEMALS Zitrusfrüchte, Kohl oder Rhabarber verfüttern! Diese können u.U. zu Magen-/Darmbeschwerden führen (durch den hohen Säuregehalt).

Ich kann die Mongolischen Rennmäuse nur empfehlen! Bis vor kurzem habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, mir wieder ein Trio zuzulegen, um meine Abende nach der Arbeit entsprechend gemütlich gestalten zu können. Aufgrund meiner beiden Kornnattern habe ich dann aber doch wieder Abstand davon genommen. Eines Tages werde ich dies aber bestimmt doch wieder nachholen. Zumal diese Tierchen durchaus handzahm werden!!! Sie lassen sich dann ohne weiteres in die Hand nehmen und liebkosen! Da sie sehr sozial sind, werden sie daher auch für Kinder eine große Freude sein. Man sollte diese allerdings vorsichtig an die Tierchen heranführen, da sie trotz allem sehr "zerbrechlich" sind! Sie sind zudem keine Klettertiere, weshalb sie sich auch cniht groß auf der Hand liegend festhalten können. Und ein Fall aus großer Höhe könnte die Tiere folglich schwer verletzen. Sie eben nur Bodenbewohner.
Auch sollte man den Kindern gleich erklären, daß sie diese kleinen Tierchen nur für relativ kurze Zeit haben werden!!! 

Neulich habe ich den Entschluß gefasst, mir doch wieder Mongolische Rennmäuse zuzulegen. In meiner Zoohandlung in Karben sollen diese Tierchen €10,00 kosten. Dazu kommt dann der Käfig für rund €35,00. Grund hierfür ist zum einen, daß ich wieder befellte Tiere zum Kuscheln möchte (schließlich ist es mir bisher immer gelungen, meine Mäuse zu zähmen), und zum anderen möchte ich diese Rennmäuse natürlich auch züchten, um die Jungtiere an meine mittlerweile drei
Kornnattern zu verfüttern. Das mag nun zwar hart klingen, doch werden nicht alle Tiere im Schlund der Schlangen enden. Einige werden bei meinem Zoohändler landen, der sie in liebevolle Hände weiter geben wird.

Die Zucht mit diesen Tierchen ist dabei denkbar einfach, weil die Väter - entgegen vieler anderer Nagetiere - nicht auf die trächtigen Muttertiere los gehen, sondern vielmehr sogar liebevolle Väter sind, die bei der Aufzucht der Jungen mithelfen. Dieser Umstand, und auch die Tatsache, daß Mongolische Rennmäuse nicht stinken, wie dies bei Mäusen und Ratten der Fall sein kann, hat mich nun zu diesem Entschluß getrieben.



WEITERE INFOS

http://www.ciao.com/Rennmaus__Test_2373362

http://www.wuesten-rennmaus.de
http://www.zzf.de/tips/rennmaus.html
http://www.rund-ums-baby.de/family/haustiere/mongolische_rennmaus002.html
http://www.kinder-tierlexikon.de/r/rennmaus.htm
http://www.maeuseasyl.de/index.html?thurennmaus.html

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